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Unsere Innenstadt scheint ihren Glanz verloren zu haben, die Qualität der Geschäfte scheint sich in Richtung 1 Euro Shops und Leerstände zu bewegen.
Einzelhandel, Kaufmannschaft und Stadt scheinen einen runden Tisch zu bilden um die Situation zu „entschärfen oder zu verschärfen“.
Man sucht nach Ursachen und versucht die, die man gefunden zu haben meint, zu beseitigen. Wobei jede Partei natürlich kurz vor den Wahlen das Patentrezept gepachtet zu haben scheint.
Doch wo liegen die Ursachen wirklich?

 

 

Meine Analyse:  



Der „Markt“ in der Marktwirtschaft ist nicht wenigen Faktoren ausgesetzt. Ein wichtiger Faktor ist die Wirtschaftlichkeit. Nachfrage und Angebot spielen hier eine wichtige Rolle, aber auch die Voraussetzungen dürfen sich nicht zu stark unterscheiden, damit Chancengleichheit besteht.
Der gesunde Markt stellt einen Kreislauf dar, in dem fast alles was einfließt auch wieder ausfließt. Der Umsatz fließt zum Großteil wieder zurück in die Kaufkraft.
Doch je mehr Verbalaktivisten mit Steuergeldern den Markt verfälschen oder Strukturen schaffen, die in den Markt eingreifen und nur vordergründig und einseitig Veränderungen schaffen, wird das
Gleichgewicht gestört sein und zu immer schlimmeren Folgen führen.
Dieses trifft in Gladbeck auf nicht wenige Bereiche zu, zu deren Themen ich im Einzelnen kommen werde.
Gladbecker
Politik
 
Baudezernat
 
Innenstadt
 
Wochenmarkt
 

Der „Lichtblick“
Christian Klotz
 
und was Gladbeck daraus macht.
 

Um deutlich zu zeigen wo ich das Problem sehe, möchte ich einige Jahrzehnte zurückgehen, in die Zeiten in der die damaligen Bürgermeister, Stadtdirektoren und Stadträte meinten, man müsse das Steueraufkommen für die Stadt erhöhen in dem man Einkaufzentren baut um die Kaufkraft der umliegenden Städte abzuziehen.
Dieses funktionierte solange bis die anderen Städte nicht das Gleiche machten.
Und wenn man jetzt noch weiß, dass es Statistiken gibt, die nach Branchen unterteilt den Umsatz pro qm ausweisen, den man haben muss um ein Geschäft wirtschaftlich zu betreiben, wird deutlich , dass wenn die Nachfragesumme nicht wesentlich steigt aber die qm Verkaufsfläche durch zusätzliche Einkaufscenter oder Kaufpaläste erhöht wird, der Umsatz pro qm erheblich sinkt, wodurch dann der wirtschaftliche Betrieb unmöglich gemacht wird, was zu erheblichen Marktverschiebungen führt.
Die Städte, die die Struktur verstanden haben, besinnen sich auf Kundenzufriedenheit und fangen an von ihrem hohen Ross des Verwalters der Bürger, zum Partner des Bürgers zu werden.
Abgesehen davon, dass das generell immer so sein sollte, muss auch hier gesagt werden, dieses funktioniert nur, solange nicht alle Städte begriffen haben, Partner des Bürgers sein zu wollen und sich hier regionale Unterschiede ergeben , die zwangsläufig mit Kaufkraftfluss gleichzusetzen sind. Wenn auch hier „Gleichheit“ geschaffen wurde und das Problem der zu vielen Verkaufsflächenzahlen noch nicht behoben ist, wird sich an der Situation nichts ändern.
Jetzt gibt es nur drei Möglichkeiten, entweder ich erhöhe die Nachfrage, hiervon ist aber nicht auszugehen, da dem Bürger durch immer höhere Steuern und Abgaben die Nachfragemacht genommen wird. Weiter wird durch die Summen, die der Verbraucher zahlt um die Zinsbelastung für die Stadt oder Stadtverschuldung aufbringt, die Nachfrage reduziert.
Kontraproduktiv sind auch sogenannte Wirtschaftsprogramme, die zu neuen Schulden führen, da sie durch das mehr an Zinslast und Verschuldung die Nachfrage weiter ersticken.
Die zweite Möglichkeit besteht darin, die Flächenzahl so zu reduzieren, dass ein überleben möglich wird.
Und die dritte Möglichkeit beschreibt die jetzige Situation,
Leerstand und Billigmärkte und steuerfinanzierte Arbeitsplätze.
Wobei wir uns dann in einer Spirale befinden, die die Belastung immer höher schraubt und eine Lösung des Problems immer schwieriger werden lässt.
Wie verfahren die Situation ist zeigt, dass Firmen über ihre Steuern und Abgaben ihre Konkurrenz bezahlen, nämlich steuerfinanzierte Einkaufscenter. (Zuschuss )
Wie weit wir von der Lösung des Problems entfernt sind und wie es eher weiter verschärft wird, wird deutlich, wenn Bürgermeister vom Beruf Berufschullehrer(Gelsenkirchen) oder Exleiterinnen vom Bauplanungsamt (Datteln) aktiv an Wirtschaftsplanungen verantwortlich beteiligt sind. Ein Artikel der WAZ Recklinghausen

 
zeigt deutlich die Unwissenheit oder die Unfähigkeit der Verantwortlichen. WAZ Artikel
Der Einzige, der anscheinend meiner Meinung nach das Problem erkannt hat, ist Olaf Magnusson, Manager des Marler Sterns : "Wir brauchen keinen Quadratmeter Verkaufsfläche mehr in unserer Region. Was wir brauchen, ist die Bereitschaft, sich mit dem Bestand auseinanderzusetzen und ihn zu verdichten, damit mehr Qualität in die Innenstädte gebracht wird."
Nachdem die Ursachen klar definiert sind und an flächendeckenden Problemlösungen nicht ernsthaft zu glauben ist, bleiben in Gladbeck nur Service, Service, Service und eine Analyse des kontraproduktiven
Verhaltens. Dieses gilt auch für die Verwaltung.
1. Es mag ja aktiv in der Gladbecker Presse aussehen, wenn der Baurat Carsten Tum (SPD) von neuem Parkleitsystem spricht.
Sicherlich muss auch im Sinne der „Kaufkraft“ eine Parkregelung stattfinden aber in Gladbeck scheint die Kaufkraft des städtischen Haushaltes gemeint zu sein.
Wenn „Verwaltungsexperten“ immer neue Gebührenuhren installieren,
muss eher an Kundenverdrängung gedacht werden. Wenn beim städtischen Ordnungsamt (nehmen wir einen Begriff aus dem Steuerrecht) beim Bürger der Eindruck entsteht, es geht nicht um Ordnung sondern um Gewinnerzielungsabsichten, dann scheint der Bürgerservice auf der Strecke zu bleiben.
Nochmals, auch ich bin dafür zu kontrollieren, nur wenn da kontrolliert wird wo gut zu verdienen ist und der Rest der Stadt anscheinend auf der „Strecke“ bleibt, scheinen Gewinnerzielungsabsichten im Vordergrund zu stehen.
Zu welchen Auswüchsen das führen kann, kann man sehen, wenn unser Bürgermeister Ulrich Roland (SPD) und auch der Pressesprecher der Stadt Peter Bresser Barnebeck (SPD) am Tag des Kindes sich öffentlichkeitswirksam „vermarkten“ aber die Realität auf den „Spielstraßen“ auf denen beide wohnen, für die anwohnenden Kinder, ganz anders aussieht.



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QUO VADIS, RECKLINGHAUSEN? DER STREIT UM DEN RICHTIGEN WEG

Gemischte Gefühle

 Recklinghausen, 24.09.2008, Friedhelm Pothoff und Ernst zur Nieden

Für Verwaltungen und Kaufmannschaften in den umliegenden Städten geht es weniger um die Frage: "Arcaden" oder "Quartier am Markt"? Sie blicken vor allem auf die Größe und die Sortimente eines neuen Centers. Von Ablehnung bis Gelassenheit ist alles dabei

Vest. Der Bau eines Einkaufscenters in Recklinghausen in einer Größenordnung von cirka 30.000 Quadratmetern Verkaufsfläche hat unweigerlich Auswirkungen auf die Einzelhandels-Strukturen in den umliegenden Städten. Die WAZ fragte nach, in Verwaltungen und bei Kaufmannschaften.

Castrop-Rauxel

Unproblematisch, sagt Daniel Borgerding, Vorsitzender City Ring, finde er den Bau eines großen Einkaufscenters. "Es liegt immer eine Gefahr für andere darin. Aber ich denke, die Leute reagieren ohnehin nicht mehr so auf diese uniformierten Angebote, die doch immer gleich sind." Außerdem sieht Borgerding die Castroper City gut aufgestellt. "Nächstes Jahr kommt C&A und auch das Hettlage-Haus wird kernsaniert und neu besetzt."

Datteln

Petra Weiß, Dattelns Erste Beigeordnete, will die Auswirkungen untersucht sehen. (WAZ)
Petra Weiß, Dattelns Erste Beigeordnete, will die Auswirkungen untersucht sehen.

Für die Dattelner Stadtverwaltung stellt die Erste Beigeordnete Petra Weiß fest, dass mit der Bauleitplanung für den Löhrhof Recklinghausen das Ziel einer tragfähigen Einzelhandelsergänzung verfolgt wird. Dem stimme Datteln grundsätzlich zu und befürworte den Standort innerhalb eines Zentralen Versorgungsbereiches.

Mit Blick auf die Größenordnung und die vorgesehenen Sortimente wird laut Weiß zur Kenntnis genommen, dass das geplante Einkaufszentrum "Arcaden" eine Erweiterung der Verkaufsflächen um ca. 18.000 qm auf 30.700 qm Verkaufsfläche umfasst und damit die Größenordnung in der gesamten Dattelner Innenstadt (ca. 24.600 qm) deutlich überschreitet. "Wir müssen die Verträglichkeit beziehungsweise die Auswirkungen insbesondere auf den zentralen Versorgungsbereich in Dattelns Innenstadt genauer untersuchen." Dies, so Weiß, erscheine auch erforderlich, da die geplante Verkaufsflächenerweiterung mit dem Projekt "Quartier am Markt" eine weitere Ergänzung (ca. 10.000 qm Verkaufsfläche) erhalten kann und damit die Recklinghäuser Innenstadt (ca. 72.000 qm) einen Zuwachs von rund 39 Prozent Verkaufsfläche verzeichnen würde.

Stephan Bröcker ist Vorsitzender der Werbegemeinschaft und betrachtet die Ansiedlung eines Centers gelassen. "Die Projekte in Recklinghausen kommen so spät, dass sie, von Ausnahmen abgesehen, nur den längst etablierten Center-Tourismus verändern. Außerdem ist unsere Innenstadt sehr gut aufgestellt, was die Nahversorgung angeht."

Dorsten

Thomas Hein, 1. Vorsitzende der Dorstener Interessengemeinschaft, meint: "So ein Riesencenter in der Nähe ist nicht zu verkraften, aber eine echte Sorge, dass die Dorstener verstärkt nach Recklinghausen fahren, habe ich nicht. Ich denke, wir haben durch die Kleinteiligkeit und die vielen Inhaber-geführten Geschäfte ein besonderes Flair. Recklinghausen hat mit dem Löhrhof ein bauliches Verbrechen. Das muss einerseits überplant werden, sonst verödet die Stadt, andererseits besteht die Gefahr, dass die Innenstadt dann ausblutet, wie es in Bocholt geschehen ist."

Gelsenkirchen


Für Gelsenkirchens OB Frank Baranowski sind die Ausmaße derzeit nicht konsensfähig. (WAZ)
Für Gelsenkirchens OB Frank Baranowski sind die Ausmaße derzeit nicht konsensfähig.

Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) kommentierte: "Die Stadt Gelsenkirchen wird einem solchen Projekt nur zustimmen, wenn zuvor ein regionaler Konsens hergestellt wird. Ein Projekt in den derzeit diskutierten Ausmaßen ist aus unserer Sicht allerdings nicht konsensfähig, da die zu erwartende Kaufkraftabschöpfung weit über die Grenzen Recklinghausens hinaus geht und die Innenstädte der Nachbarstädte gefährdet."

Haltern am See

Wirtschaftsförderer Wolfgang Kiski hat für die Verwaltung Stellung bezogen. Im Kern, sagt er, gehe es Haltern darum, dass die Verkaufsfläche des Centers reduziert werden müsse. "Wir wünschen deutlich weniger als 30.000 Quadratmeter." Vor allem in den Sortimenten Bekleidung, Bücher und Elektronik könne ein Bedeutungsverlust der Innenstadt eintreten. "Dem sollte durch die Reduzierung der Verkaufsfläche in diesen Bereichen Rechnung getragen werden."

Christoph Kleinefeld, Geschäftsführer der Werbegemeinschaft, befürchtet keine großen Auswirkungen. "Ich glaube, dass die Erweiterung der Verkaufsfläche Recklinghausen nichts bringen wird. Statistiken zeigen, dass solche Maßnahmen keinen Euro mehr bedeuten. Außerdem fehlt Recklinghausen der Charme, den Haltern schon lange hat."

Herten

Eine "Stärkung der zentralörtlichen Funktion der Recklinghäuser Innenstadt" wird grundsätzlich begrüßt. So könne Kaufkraft, die bisher nach Dortmund, Bochum, Essen oder Oberhausen abfließe, für den Emscher-Lippe-Raum zurückgewonnen werden. Bürgermeister Dr. Uli Paetzel (SPD) befürchtet aber auch Kaufkraftabflüsse in einer Größenordnung von rund 4 Millionen Euro im Jahr, etwa 1,5 Prozent des Gesamtumsatzes von 278 Mio. Für Branchen wie Bekleidung, Bücher oder Sportartikel seien höhere Umsatzverlagerungen (12-13 %) zu erwarten. Darin sieht Paetzel "eine große Gefahr" für die weitere Entwicklung in seiner Stadt. Seine Anregung: Die Fläche der Arcaden verkleinern, insbesondere im Bereich Bekleidung.

Herne

Die Stadt Herne möchte derzeit nicht Stellung zum Thema beziehen.

Marl

Für Olaf Magnusson, Manager des Marler Sterns, ist es eindeutig: "Wir brauchen keinen Quadratmeter Verkaufsfläche mehr in unserer Region. Was wir brauchen, ist die Bereitschaft, sich mit dem Bestand auseinanderzusetzen und ihn zu verdichten, damit mehr Qualität in die Innenstädte gebracht wird."

Oer-Erkenschwick

Pressesprecher Peter Raudszus schließt eine Stellungnahme zum jetzigen Zeitpunkt aus. "Wir warten auf das Beteiligungsverfahren, über das wir offiziell informiert werden müssen. Erst wenn wir konkrete Planungen kennen, werden wir uns äußern."

Olfen


Jochaim Worms, Sprecher der Werbegeminschaft in Olfen, sieht ein Center nicht als Bedrohung. (WAZ)
Jochaim Worms, Sprecher der Werbegeminschaft in Olfen, sieht ein Center nicht als Bedrohung.

Das Arcaden-Projekt ist bei den Kaufleuten in der Steverstadt noch kein Thema gewesen. "Aber wir werden in der nächsten Versammlung mal darüber reden", sagt Joachim Worms, Sprecher des Werberings Treffpunkt Olfen. Als Bedrohung sieht er zusätzliche Einzelhandelsflächen in Recklinghausen allerdings nicht. "Die Olfener fahren eher nach Münster oder Oberhausen, wenn sie ein Zentrum für ihre Einkäufe suchen."

Waltrop

Eine Stellungnahme der Stadt liegt bisher nicht vor. Auch eine Tendenz möchte die Verwaltung nicht äußern.


So könnte sich das Quartier am Markt mal in der Innenstadt darstellen. Grafik: Multi Development (WAZ)
 
So könnte sich das Quartier am Markt mal in der Innenstadt darstellen. Grafik: Multi Development

Walter Kranefoer, Stadtmarketing-Vorsitzender, sieht eine Centeransiedlung gelassen. "Wir können das nicht aufhalten und im Sinne von ,Ab in die Mitte' ist das ja auch nicht falsch. Ich habe etwas gegen die Dezentralisierung der Innenstädte."


So kennt man die Verantwortlichen bei der Stadt Herne. Schweigen.

 am 24.09.2008 um 14:17

Olaf Magnusson bringt es auf den Punkt!

Der Manager des Marler Sterns stellt in überzeugender Weise heraus, dass wir in unserer Region keine große Erweiterung von Verkaufsflächen mehr brauchen, was eher für das Projekt "Quartier am Markt" sprechen würde. Offensichtlich wollen die Verantwortlichen der Stadt Recklinghausen andere Argumente nicht gelten lassen, da man dort keine Bereitschaft signalisiert, sich objektiv mit der Zukunft der City von Recklinghausen zu beschäftigen. Die CDU will mit dem Bau des völlig überdimensionierten Löhrhofcenters zugleich ihre Probleme mit den maroden Stadthäusern lösen und akzeptiert dafür finanzielle Einbußen der Einzelhändler der City. Die FDP und WIR sind sowieso bloße Mitläufer, die keine eigene Meinung haben und die kritiklos die CDU-Position übernehmen. Olaf Magnusson hat Recht, wenn er fordert, sich mit dem Bestand auseinanderzusetzen und mehr Qualität in die Innenstädte zu bringen. Das gilt auch für Recklinghausen- die Stadtspitze sollte sich ernsthaft mit der Position von Magnusson auseinandersetzen.